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Ein kostbares Geschenk aus Äthiopien
Ein kostbares Geschenk aus Äthiopien
„Herzlichen Glückwunsch! Wir haben eine Nachricht für Sie!“ Diese paar Worte von der Adoptionsagentur, mit der ich schon längere Zeit in Verbindung stehe, veränderten mein Leben.
Schon seit langem versuchte ich, ein Kind zu adoptieren. Nun kann ich es nicht mit Worten ausdrücken was ich fühle, dass ich endlich, nach Jahren des Wartens, Hoffens und Betens zum ersten Mal ein Foto meiner kleinen Tochter in den Händen halte. Sie wartet auf mich im weit entfernten Äthiopien.
Ich bin ledig, 36 Jahre alt, und Kindergärtnerin hier in unserer Schule in Woodcrest/USA. So gehöre ich zu den glücklichen Menschen, die täglich, jeden Tag das tun können, was ich am liebsten mag: für Kinder zu sorgen.
Warum möchte ich ein Kind adoptieren? Nicht, dass ich einsam wäre oder kein erfülltes Leben hätte. Gott hat mich wunderbar gesegnet. Ich lebe in einer Gemeinschaft, wo ich – selbst als Single – Brüder und Schwestern, Eltern und Kinder habe. Täglich habe ich Gelegenheit zu lieben und geliebt zu werden. Was könnte ich mir sonst noch wünschen? Aber gerade deshalb möchte ich erzählen, was es für mich bedeutet, dass Gott mir eine kleine Tochter geschenkt hat; nicht einfach als Lehrerin oder Freundin, sondern als Mutter für ein ganzes Leben.
Ihr mögt fragen, „Warum Äthiopien“? Am Anfang habe ich mich das auch gefragt, aber während der letzten 18 Monate habe ich mehr über die unsagbare Not der Kinder in diesem wunderschönen, alten Land Äthiopien gelernt:
- eines von sechs Kindern stirbt vor seinem fünften Geburtstag;
- 60 % der Kinder leiden an Unterernährung und sind in ihrer Entwicklung zurück;
- 1,5 Millionen Menschen leiden an AIDS;
- die Hälfte der Kinder wird niemals eine Schule besuchen; 88 % keine weiterführende Schule;
- auf 24.000 Kinder kommt 1 Arzt.
Das ist die Statistik. Aber hinter diesen Statistiken stehen Kinder, wirkliche Kinder, Kinder, die leiden. Ich weiss, dass Gott mit seinem grossen Herzen jedes dieser Millionen von Kindern liebt und dass er mit jedem einzelnen leidet. Mein Herz ist zu klein. Ich kann so viel Leiden nicht in mich aufnehmen; ich kann nichts tun, um all dieses Leiden zu lindern.
Aber ich lobe und danke Gott, dass er mir die Gelegenheit gibt, einem Kind zu helfen, einem Kind mein ganzes Herz und mein ganzes Leben zu schenken. Das Geschenk ist gegenseitig, denn wenn ich dieses Kind bekommen werde, dann ist das für mich das allerkostbarste Geschenk.
Ich weiss, dass es für mich als alleinerziehende Mutter nicht immer leicht sein wird. Ich weiss, dass ich viele Tränen vergiessen werde. Aber ich liebe das Leben und vertraue darauf, dass wir beide – Mutter und Kind – von Jesus geliebt werden und dass wir zusammen ein wunderschönes, sicheres und glückliches Zuhause gestalten können. Jesus zu lieben und sie zu lehren, andere Menschen zu lieben und für sie zu sorgen, ist das grössste Geschenk, das ich meiner Tochter weitergeben kann.
Der Weg, meine Tochter zu finden, war nicht einfach. Das ist internationale Adoption nie. Trotzdem habe ich zu Gott gebetet, dass er mich zu dem Kind führen möge, das Er für mich ausgewählt hat. So bin ich mir dessen absolut sicher, dass Er gerade Dieses Kind für mich bestimmt hat. Ich bin meiner Gemeinschaft dankbar für die Hilfe und Unterstüzung, die diese Adoption ermöglicht, und ich freue mich schrecklich auf die Zeit, wenn ich endlich nach Addis Abeba fliegen kann, um mein Baby Ayana Lakea persönlich zu sehen und sie nach Hause zu bringen.